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Freitag, 13. Mai 2016

MR. NOBODY (Van Dormael, 2009): Manipulating time

Nemo, the protagonist of MR. NOBODY, tries to defy time in order to escape the irrevocability of choices. In an early key scene, we see him running in slow motion (again no explanations to avoid spoilers). Later, he documents the decay of food and animals with time lapse photography. He then reverses the image sequence in the computer. Both personality defining scenes are accompanied by freely played static Satie tunes.

Nemo, der Protagonist von MR. NOBODY, versucht der Zeit zu trotzen, um der Unwiederruflichkeit seiner Entscheidungen zu entkommen. In einer frühen Schlüsselszene sehen wir ihn deshalb in Zeitlupe rennen (keine weiteren Erklärungen wegen Spoilergefahr). Später dokumentiert er den Verfall von Essen und toten Tieren mit einer Zeitraffersequenz, die er anschliessend am Computer rückwärts laufen lässt. Beide Szenen, die seine Persönlichkeit aufzeigen, werden von frei gespielten, statischen Satie-Stücken begleitet.

[RV]

Top: Slow motion scene; below: time lapse photography reversed.

Freitag, 29. April 2016

MR. NOBODY (Van Dormael, 2009): Portrait format

Of all the distancing devices in MR. NOBODY, the 90° tilt in the scene where the narrating character Nemo is shown as being dead is probably the most obvious one. What I find interesting about it is that it allows us to get a glimpse of what films in portrait or upright format cinemascope would look like. (Yes, I am aware of the fact that since 2009 many smartphone users have accidentally filmed their cats and loved ones in upright format...)

Von all den distanzierenden Stilmitteln in MR. NOBODY ist die um 90° gedrehte Kamera wohl das offensichtlichste. Jaco van Dormael verwendet sie für eine Szene, in der die eigentliche Erzählfigur Nemo als tot gezeigt wird. Mich fasziniert daran, dass wir dadurch einen Eindruck davon erhalten, wie ein Spielfilm in hochformatigem Cinemascope aussehen würde. (Und ja, ich weiss, dass seit damals unzählige Smartphone-User versehentlich ihre Katzen und Mitmenschen im Hochformat gefilmt haben...)

[RV]

The 90° tilt images as they appear in the film...

...and as upright frames emphasizing the vertical elements of humans and trees.

MR. NOBODY (Van Dormael, 2009): Patterns

Jaco Van Dormael's English language opus magnum MR. NOBODY (2009) feels like a compendium of film making and storytelling devices. The plot is told from the point of view of Nemo Nobody (which is about all I could say without spoiling the film). Most of his story unfolds in conditional mode, meaning that we constantly see parallel versions of his life. One rather dreamlike thread is enigmatically built around visual patterns that remind me of a Wes Anderson film with Ozu colors.

Jaco Van Dormaels englischsprachiges Opus Magnum MR. NOBODY (2009) wirkt wie ein Kompendium von Film- und Erzähltechniken. Der Film ist aus der Sicht von Nemo Nobody erzählt (jedes weitere Detail würde bereits als Spoiler gelten). Der grösste Teil seiner Geschichte spielt sich im Konjunktiv ab: wir sehen ständig parallele Versionen von Nemos Leben. Ein rätselhaft traumartiger Erzählstrang basiert auf visuellen Mustern, die mich an einen Wes-Anderson-Film mit Ozu-Farben erinnern.

[RV]