In my opinion, master animator Michael Dudok de Wit's first feature LA TORTUE ROUGE (THE RED TURTLE) is one of the year's most beautiful cinematic experience. Its myth-like archetypal story is matched by a luscious visual style that still retains Dudok de Wits trademark minimalism that evokes emotions by insinuations and blank space. Over the course of the film, there are lighting conditions in practically any shade of color. However, the individual compositions are dominated by only one or two hues which re-inforce the larger basic shapes.
Meiner Meinung nach ist LA TORTUE ROUGE, der erste Langfilm des Meisteranimators Michael Dudok de Wit, eines der schönsten Kinoerlebnisse des Jahres. Die einfache, archetypische Geschichte wird in reichen Bildern erzählt, die nichtsdestotrotz von Dudok de Wits typischem Minimalismus zeugen, mit dem er anhand von Andeutungen und Leerstellen Gefühle auslöst. Über die gesamte Laufzeit kommen Lichtstimmungen in praktisch allen erdenklichen Farben vor. Die einzelnen Bildkompositionen werden jedoch von nur ein oder zwei Farbtönen dominiert, welche wiederum die übergeordneten grossen Formen betonen.
[MS] (without emotional close ups or dialogue, this may test the patience of some. Nevertheless, I throroughly recommend watching it on the big screen.)
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Freitag, 2. September 2016
Freitag, 8. Juli 2016
LADY SNOWBLOOD (Fujita, 1973): Stills montage
Much has been written about how closely Quentin Tarantino followed the structure and style of Fujita Toshiya's SHURAYUKI-HIME (LADY SNOWBLOOD) in KILL BILL (2003/4). The Japanese genre film feels a lot less refined despite - or because - there are quite a few more radical visual storytelling choices and ideas on display (silent film like editing patterns, for example). As a clear precursor to Tarantino's anime sequence, in LADY SNOWBLOOD several flashbacks are shown in a montage of still frames, some of them historic illustrations, some obviously manga, some sepia photographs.
Zu den stilistischen und dramaturgischen Parallelen von Fujitas SHURAYUKI-HIME (LADY SNOWBLOOD) und Tarantinos KILL BILL (2003/4) wurde schon viel geschrieben. Der japanische Genrefilm wirkt jedoch einiges ungeschliffener, obwohl - oder vielleicht gerade weil - er radikalere Erzählmuster und visuelle Ideen aufweist (zum Beispiel stummfilmartige Schnittfolgen). Als klare Vorläufer von Tarantinos Anime Sequenz erweisen sich mehrere Flashbacks, die in LADY SNOWBLOOD in einer Montage aus Standbildern (historische Illustrationen, Mangavorlagen, Photos) gezeigt werden.
Zu den stilistischen und dramaturgischen Parallelen von Fujitas SHURAYUKI-HIME (LADY SNOWBLOOD) und Tarantinos KILL BILL (2003/4) wurde schon viel geschrieben. Der japanische Genrefilm wirkt jedoch einiges ungeschliffener, obwohl - oder vielleicht gerade weil - er radikalere Erzählmuster und visuelle Ideen aufweist (zum Beispiel stummfilmartige Schnittfolgen). Als klare Vorläufer von Tarantinos Anime Sequenz erweisen sich mehrere Flashbacks, die in LADY SNOWBLOOD in einer Montage aus Standbildern (historische Illustrationen, Mangavorlagen, Photos) gezeigt werden.
Freitag, 19. Februar 2016
DAS FINSTERE TAL (Prochaska, 2014): Mainstreamfarben
The digital cinematography of Andreas Prochaska's DAS FINSTERE TAL is full of gorgeous compositions that often resemble panels from a graphic novel. At times, this Western feels like an Austrian version of HIGH PLAINS DRIFTER (1973). But while Eastwood's cynical morality tale is bursting with saturated colors, Prochaska here mostly desaturates the image very much like Eastwood in his noughties films. That in itself might be acceptable, his reliance on the overused standard "gloomy" blockbuster color grading (desaturated blue vs yellow, the "serious" variation of orange/teal) is a real pity because in many scenes it feels forced and artificial without adding much as a storytelling device. To give credit where it's due, however, it is expertly done and thus serves as a good example for studying this particular color scheme.
Andreas Prochaskas DAS FINSTERE TAL ist voll von grossartigen Bildkompositionen, die oft an Comic-Panels erinnern. Bisweilen wirkt dieser Western wie die österreichische Variante von HIGH PLAINS DRIFTER (1973). Wo Eastwoods zynisches Moralstück jedoch nur so strotzt vor satten Farben, entsättigt Prochaska das Bild hier grösstenteils im Stil von Eastwoods Nullerjahre-Filmen. Während das durchaus funktionieren würde, enttäuscht der Rückgriff auf das zu oft benutzte Standard-Blockbusterfarbschema (entsättigtes Blau vs Gelb als "ernste" Variante von "orange/teal"), das in den meisten Szenen schlicht künstlich und erzwungen wirkt, ohne als Erzählstilmittel zu überzeugen. Technisch ist das jedoch so gut gemacht, dass der Film als gutes Anschauungsbeispiel für dieses Farbschema dient.
[Worth a look]
Andreas Prochaskas DAS FINSTERE TAL ist voll von grossartigen Bildkompositionen, die oft an Comic-Panels erinnern. Bisweilen wirkt dieser Western wie die österreichische Variante von HIGH PLAINS DRIFTER (1973). Wo Eastwoods zynisches Moralstück jedoch nur so strotzt vor satten Farben, entsättigt Prochaska das Bild hier grösstenteils im Stil von Eastwoods Nullerjahre-Filmen. Während das durchaus funktionieren würde, enttäuscht der Rückgriff auf das zu oft benutzte Standard-Blockbusterfarbschema (entsättigtes Blau vs Gelb als "ernste" Variante von "orange/teal"), das in den meisten Szenen schlicht künstlich und erzwungen wirkt, ohne als Erzählstilmittel zu überzeugen. Technisch ist das jedoch so gut gemacht, dass der Film als gutes Anschauungsbeispiel für dieses Farbschema dient.
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